About all of us

Natürlich läuft gerade die American Pie Version von Bob Dylan.

Wir wurden gemobbt, weil wir in den Augen anderer Kinder besser waren, besser davon kamen im Spiel des Lebens, bessere Eltern hatten, bessere Lebensumstände hatten, keine um sich schlagenden Eltern hatten, keine traumatische Kindheit hatten, einfach nichts zu befürchten hatten, wenn wir nach Hause kamen im Gegenteil zu denen, die uns mobbten, die uns in den und überhaupt und ähm – fuck, jetzt hab ich vergessen, worauf ich hinaus wollte.

Na, wenn ihr meinen Blog lest, seid ihr eh nichts anderes gewohnt. Ich verliere oft den Faden. Und weiß nicht weiter. Dann setz ich mich übrigens hin und rauch mir eine Zigarette. Und irgendwie hoffe ich, dass ihr auch einen dieser Momente habt, der euch innehalten lässt. Auch, wenn ihr zu Hause ein Kind habt, dass gemobbt wird. Dass oben in seinem Zimmer weint. Es versteht nicht, dass – das auch ihr gemobbt wurdet. Dass es nicht das Ende der Welt ist, wenn man gemobbt wird.

Von den Mitschülern. Von den Lehrern. Im schlimmsten Falle von den eigenen Eltern. Und diese gemobbten Kinder wissen hoffentlich, dass, auch wenn jedes gut gemeinte Wort abprallt, ignoriert wird, es wahr ist. Es ist nicht das Ende. Leider hat für die gemobbte Person das gut gemeinte Wort keine Bedeutung. Nur das Mobben hat Bedeutung.

Deshalb weiß ich nicht, was euch das hier bringen sollte, aber was soll ich auch sagen; als, dass ich, wenn ich so weiter mache wie bisher mit meinem dummen Alkoholkonsum, in wenigen Wochen an Leberversagen sterbe und mich dann nichts mehr retten kann und ich, ähm, ja … nichts anderes vorzuweisen habe als diese idiotischen Blogposts.

Das Gelaber vom unsinnigen Alkoholkonsum soll natürlich den Kindern als Warnung dienen, damit sie nicht täglich zur Flasche greifen, um ihre Gedanken zu betäuben. Es gibt bessere Wege, um mit euren Sorgen klar zu kommen. Andere Wege, die ich nicht ergriffen habe.

Um es mal zu analysieren: Eigentlich werden wir doch von anderen Menschen gemobbt, weil sie sich dadurch besser fühlen. Aber das will natürlich niemand ansprechen. Diese Macht, die von einem ausgeht, der einen anderen Menschen unterdrücken kann. Das ist wie Crack – leider. Und natürlich läuft dazu gerade im Hintergrund der Klassiker „When it`s over von Sugar Ray“ – wie als Erinnerung.

Wisst ihr, was ich dagegen sagen würde? Dasselbe wie bei dem Argument, dass ich auch gegen Geld als Zahlungsmittel benutzen würde. Nämlich, dass man gerne einzelne Menschen mit einer Menge Geld überschütten sollte, damit sie begreifen, dass Geld nicht alles ist – deshalb sollte man auch schon im Kindergarten anfangen Kinder mit Macht zu überschütten, dass sie begreifen, dass es nichts bringt. Einzelne Kinder den Tag der ganzen Kindergartengruppe gestalten lassen, ist der beste Weg, um Kinder von Macht fern zu halten.

Und schon hat man eine ausgeglichene Gesellschaft, wo niemand nach der Macht strebt.

Aber warum sollten wir überhaupt darüber sprechen, warum jemand gemobbt wird? Nun ich habe – gerade habe ich Baby One more time von Britney Spears auf den Ohren – einige Gedanken dazu entwickelt und denke, dass sich vielleicht Leute dadurch ausgegrenzt fühlen, sie zu Hause vielleicht sogar misshandelt werden und deshalb andere Menschen mobben, weil sie … vielleicht fühlen sie sich auch einfach überfordert oder hilflos und ach, scheiße – ich hoffe, ich enttäusche gerade keinen Menschen, der wirklich mit sowas umgehen muss. Ich versuche eigentlich nur die richtigen Worte zu finden, um mit diesem ganzen Mist umzugehen. Einige Menschen haben in ihrem Leben so viele Dinge in Kauf genommen, um mit diesen Dingen klar zu kommen.

Dass sich Menschen leider auch einfach wie Tiere verhalten können, will natürlich niemand wahr haben – dass sich diese Menschen aber auch bessern können, nicht die gleichen Fehler machen wollen wie ihre direkten Vorfahren, wissen wir spätestens seit dem Comedy-Auftritt von Bill Burr, wo er seine Familiengeschichte humoristisch aufarbeitet und sowas meint wie, dass sein Vater ihn geschlagen hätte und er, wenn er jemals Kinder kriegen sollte, sie nicht schlagen wird – die Lektion daraus: Hauptsache, man macht nicht die gleichen Fehler wie seine Eltern.

Was das heißt, weiß jeder, der bis Zehn zählen kann. Wenn wir nicht die Fehler unserer Eltern wiederholen, verbessern wir uns damit mit jeder Generation und schaffen es vielleicht bald eine bessere Zukunft für unsere Kinder zu erschaffen – dafür brauchen wir dann nicht einmal einen orwellschen Überwachungsstaat. Es geschieht von ganz alleine.

Wir müssen nur in unsere Erziehung vertrauen. Wenn wir unsere Kinder überwachen, was heißt das dann? Dann singen wir Don’t Let me Get me von Pink im Chor; weil, nunja, weil wir unseren eigenen Methoden nicht vertrauen. Weil wir unseren eigenen Erziehungsmethoden nicht vertrauen.

Ich weiß ja nicht, was ihr so vor habt, aber dass heißt doch, dass wir unseren Standards nicht vertrauen. Also vertrauen wir auch nicht den Dingen, die wir von unseren Eltern gelernt haben. Also vertrauen wir – ach, ihr wisst, worauf ich hinaus will – ich will euch gerade nur etwas ärgern und zum Denken anregen.

Wir müssen schließlich an etwas glauben, an irgendwas. Und wenn es nur an die beste Version unserer Teils fehlerhaften Erziehung unserer Eltern ist. Wir müssen an eine bessere Welt glauben und diesen Glauben an eine bessere Welt an unsere Kinder weitergeben. So wie man die Geschichte der Mondlandung ausgeschaltet hat, um zukünftige Generationen für den Weltraum anzuspornen, müssen wir jetzt eine Erziehungsmondlandung schaffen. Müssen die Latte höher hängen. Müssen die Erwartungen für zukünftige Generationen höher hängen, als es unsere Eltern für uns getan haben – aber ohne unsere Nachkommen zu überfordern.

Ein Drahtseilakt. Tja: Walk the line.

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