Globalisierung ist schlecht

Okay, hier kommt eine wilde These, die vielleicht die Entwicklung in der Politik der letzten Jahre erklären mag: Wir sind diese „Globalisierung“ oder besser ausgedrückt die „Einigung der Weltbevölkerung“ falsch angegangen.

Warum gewann Trump eigentlich mit seinem Slogan Make Amerika Great again? Warum gibt es immer mehr Tendenzen in den Wahlen rund um den Erdball hin zu Nationalismus statt Weltoffenheit? – – Merkt ihr, wie ich hier in diesem Absatz bis jetzt das Wort Globalisierung vermieden habe? Weil, und das ist auch kurz und knapp die Antwort für die von mir aufgestellte These, wir das Wort Globalisierung nur mit Stellenabbau, großen Finanzkrisen, Flüchtlingen, Existenzangst, Integration, Hufeisen schlagen, Joggen und anderer Dinge konnotiert haben, also besetzt  haben, die negativ bewertet werden – oder die zumindest nach Arbeit klingen. Und wer will schon mehr arbeiten als nötig?

In den letzten zwanzig Jahren, die ich in Politikstunden saß und groß aufgebauschte Diskussionen mitverfolgt habe, ging es beim Thema Globalisierung doch nur darum, was für Probleme es für die lokale Bevölkerung hat, wenn große Fabriken das eigene Land verlassen, Leute Jobs verlieren, neue Transportketten entstehen müssen und dadurch alles noch schlimmer wird – wir dürfen aber nicht den Fehler machen, das Thema Globalisierung kapitalistisch aufzuladen.

Denn wenn wir es kapitalistisch aufladen, laden wir es auch mit den ganzen Problemen auf, die im Wahlkampf instrumentalisiert werden können, weil es die Ängste der Bevölkerung ansprechen wird, weil es dadurch eben das persönliche Leben negativ betrifft.

Die Einigung der Weltbevölkerung – und ich habe derzeit leider keinen besseren Begriff dafür gefunden – sollte doch darauf abzielen, dass wir all sowas wie Rassenvorurteile, Diskriminierung, Apfelkuchen oder den Nationenbegriff aus dem 19ten Jahrhundert endlich hinter uns lassen können und akzeptieren, dass wir alle auf diesem kaputten Planeten leben und um unser Überleben kämpfen und gemeinsam wahrscheinlich eine bessere Chance hätten, als alle gegen alle.

Was haben wir den sonst gegen die Einigung der Weltbevölkerung? Dieses Argument, dass wir durch eine Einigung der Weltbevölkerung alle Traditionen eines Landes verlieren, akzeptiere ich nicht. Haben die Bayern ihr Oktoberfest aufgegeben, weil wir in der Europäischen Union sind? Haben die Amerikaner ihr Halloween aufgegeben, weil sie Teil der Vereinten Nationen sind? – – Natürlich nicht; wenn überhaupt haben andere Länder diese schönen Traditionen übernommen und somit einen weiteren Grund zum Feiern dazugewonnen.

Und das alles nur, weil ich mal wieder Francis Fukuyama in einer Philosophie Sternstunde gesehen habe und mich berufen fühlte was zu schreiben – naja, so einfach geht das wohl.

Essay

Stefan Schürrer View All →

Autorenseite:

https://de-de.facebook.com/StefanSchuerrer

Kommentar verfassen