Mir reicht’s

Wow, vier Tage hat das ganze Ich kann das nicht mehr gedauert? Ja, ich habe einfach eingesehen, dass manche Probleme von anderen Menschen wichtiger sind als mein Problem mit Kommunikationsgeräten; ich quäle mich jetzt einfach für euch … ist ja nicht so, als ob ich das nicht schon das ganze, letzte Jahr gemacht habe.

Erstens, ich war gestern im Kino. Chaos im Internet – Ralph reicht’s. Ein schöner Film; dabei ist mir aber was aufgefallen. Bei Aquaman war der Name Arthur noch der Retter, der die zwei Welten zusammenbringen sollte und bei Chaos im Internet ist Arthur ein Virus, der die Schwachstellen im System entdeckt – ich komm da nicht mehr mit zu denken, ist glaube ich völlig in Ordnung; ich lasse das jetzt auch erst mal so stehen.

Also, ich habe in den letzten Tagen die Diskussion mit Nazis raus oder Nazis rein mitverfolgt und festgestellt, dass die Diskussion total am eigentlichen Thema vorbei geht. Es sollte doch eigentlich Rassisten rein oder Rassisten raus heißen, oder irre ich mich da? Und wenn dass das Diskussionsthema ist, dann ist die Antwort doch eigentlich offensichtlich, oder?

Denn wir können so viel voneinander lernen – wir können alle nur von einer vielfältigen Kulturlandschaft profitieren. Japanische Fans räumen nach Fußballspielen das Stadion wieder auf; die Franzosen protestieren gern … aber wie ich auf dieses Thema eigentlich komme? Ich habe letztens ein Katrin Bauerfeind-Spezial im Fernsehen gesehen, wo es um Liebe und Zusammenfinden ging und sie sprach auf der Bühne, dass sie mehr auf die Menschen zugehen möchte und mit Menschen reden will, statt sie direkt zu verurteilen, sagt dann aber: Außer den Nazis; denen muss man auf die Nase hauen – und das Publikum applaudierte und jubelte wie trainierte Affen.

Jaja, liebe Linksextreme. Ich zünde mein Auto schon selbst an – oder ihr könntet endlich mal aufhören alles direkt zu verurteilen, was nicht in eure heuchlerische Weltordnung passt und endlich mal mit den komischen Verwandten am Familienkaffeetisch reden und euch ihre Ängste anhören; euch nicht einfach in eure Bubble zurückziehen und stattdessen versuchen, die Ängste hinter den nachgeplapperten, rassistischen Argumenten zu verstehen. Wenn ihr euch die Parolen der AfD mal genauer anguckt, dann stellt ihr doch auch fest, dass die ihre Parolen selbst nicht einmal mehr mit einem ernsten Gesichtsausdruck vortragen können; aber diejenigen, die darauf reinfallen, sind meist nicht rechtsextreme Rassisten, sondern Leute mit Existenzängsten; die sich von Politik und Gesellschaft verlassen fühlen und deshalb extrem wählen.

Und liebe sogenannte Rechtsextreme, lasst euch von den teuren Markenbrillen, den Hipsterjacken und Apfel-Produkten nicht vom veganen Politikstandpunkt täuschen – die haben es faustdick hinter den Ohren und werden euch, wenn es hart auf hart kommt, direkt eins mit ihrer Nazi-Keule geben; aber lasst euch deshalb nicht abschrecken und vor allem, lasst euch dadurch nicht provozieren und versucht zu erklären, dass ihr dem Staat nur mehr Rechte zugestehen wollt oder den Staat nicht als Staat anerkennt, weil es da noch diesen einen Vertrag gibt, der besagt, dass … vergesst dabei aber bitte nicht, dass irgendein anderes Land noch keinen Friedensvertrag mit einem Nachbarland abgeschlossen hat, nachdem sie im Jahr 1597 einen kleinen Krieg geführt haben – – Gott, ich weiß auch nicht, warum diese verdammten Klischees immer wieder aufploppen.

Ich wiederhole mich auch nur noch; dabei versuche ich hier eine Spaltung der Gesellschaft aufzuhalten – aber wahrscheinlich muss man bestimmte Dinge einfach passieren lassen. Es wiederholt sich doch alles eh nur; schaut doch einfach zwanzig Jahre in die Vergangenheit und lest die Zeitungsartikel; lest die Bücher von damals; schaut euch mal die Talkshows von damals an.

Es kommt alles wieder zurück. Es hat sich nichts geändert; außer, dass ich meine Daunenjacke nach diesem Text verbrennen werde und hoffentlich nicht aus dem Fenster falle – und wie das jetzt wieder zusammenhängt, weiß ich auch nicht; aber ich lass das erst mal so.

Experiment

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