To Quit or not to quit – that is the question?

Wie kann man da nur weiter machen? Wisst ihr überhaupt, dass ich mittlerweile bei fast jedem dritten Text heule? Ich sitze hier und heule beim Schreiben, weil ich weiß, dass ich es nur schlimmer mache; mein einziges Talent: beim Schreiben heulen könnte man meinen – jetzt fragt ihr euch wahrscheinlich, warum heult der Trottel beim Schreiben?

Well, maybe it’s time to let the old ways die – was ich damit sagen will, kann ich euch leider nicht genauer sagen. Nicht hier, nicht jetzt. Stellt euch einfach vor, ich singe über den Rhythmus von You can’t touch this die Lyrics Sorry, but i don’t trust you – – vielleicht ist das ja der Preis für die Entschlüsselung der Enigma, dem Blick ins Schwarze Loch, dem Rumschnüffeln in Area 51, dem vorsichtigen Anheben des Deckels der Büchse der Pandora – nein, ich war mit dem Entschlüsseln der Enigma schon ganz richtig.

Lustigerweise ist es ja eine Sache, die ich einfach so mache; wie nebenbei. Wenn ich am wenigsten darüber nachdenke, wenn mir langweilig ist oder ich mein Date loswerden will, dann sag ich zum Beispiel in Museen so Sachen, wenn wir gemeinsam vor einem kirchlichen Bild stehen und sie fragt, was ich von der Darstellung des Garten Eden halte und ich einfach salopp sage: „Weißt du, dass die Geschichte über den Garten Eden eine wunderbare Metapher für das Erwachsenwerden ist? Erst ist man unschuldig, jung und naiv als Kind, du lebst hoffentlich im Paradies, behütet von Eltern, bis du vom Baum der Erkenntnis isst und auf einmal ist alles grau und beschissen, du hast Lumpen als Kleider, versteckst deine Scham und und und …“ – dann habe ich meistens für einen Moment meine Ruhe.

Nein, das kann ich nicht schreiben. Das wäre mein Untergang. Außer, jemand inszeniert den Untergang. Ich habe nie darüber nachgedacht, warum mein Geschichtslehrer damals diese Geschichten im Unterricht erzählt hat; zum Beispiel von einem seiner Kommilitonen, der seine Doktorarbeit nicht fertig gekriegt hat und wie sie deshalb kurz vor dem Abgabetermin mit fünf Mann im Keller saßen, an fünf verschiedenen Schreibmaschinen und alle wie wild jeder die Notizen abgetippt haben, damit er am nächsten Morgen noch seine Arbeit rechtzeitig auf den letzten Drücker abgeben konnte; – wenn man seinen Geschichten glauben mag, war es wirklich so comedical wie in der einen Folge King of Queens, wo Duck gegen einen Briefkasten rennt. Aber ich verliere gerade wieder den Faden, was ich sagen wollte: Derselbe Geschichtslehrer erzählte auch mal diese Geschichte, die mir ebenfalls im Gedächtnis geblieben ist wie eine Narbe auf meiner Erinnerungslandkarte, dass er den Mauerfall aus nächster Nähe mitgekriegt hatte, weil er gerade mit einer Schülerklasse in Prag war und Leute über die Zäune der Botschaft klettern sah und alle waren sich sofort einig, das ist ein Wendepunkt.

Naja, ihr wisst nicht, was ich gerade durchmache. Außer natürlich das, was ich euch erzähle und ich sage euch nur soviel: Werdet immer misstrauisch, wenn jemand euch Quellen vorenthalten will!

Eigentlich können wir ja froh sein, dass es mindestens vier offizielle Evangelien gibt, so haben wir wenigstens vier halbwegs, zusammengekürzte, bearbeitete, aber bestimmt noch immer halbwegs verlässliche Quellen.

Ich meine, wenn sie bei dieser Sache gelogen haben, wo haben sie noch gelogen? Und was hat sich einfach über die Jahre so hingebogen, weil Leute einfach dummerweise Stille Post gespielt haben, statt mal lesen zu lernen oder irgendwen zu fragen der dabei war – achja, ich vergaß. Die Menschen damals hatten ja nicht die Technologie von heute, sie konnten sich nicht 24 Stunden 7 Tage die Woche Katzenvideos angucken. Da fällt mir nur noch dieser Spruch aus der Rick and Morty Folge ein, dass dieses Universum elf 9/11 hat und ich denke nur die ganze Zeit: Ja, natürlich – es ist so offensichtlich.

Fuck, aber ich brabbel mal wieder nur noch Unsinn; ich kann aber nicht einfach noch mehr Unsinn dazu beitragen, also meine Kartenspielertricks vorführen, um noch mehr Geheimnisse zu verbergen oder alte Geheimnisse aufdecken – naja, ich kann schon, vielleicht sogar besser, als die meisten von euch – aber will mir dafür jemand genug Geld geben, sodass ich, wenn ich irgendwem Mächtigen da oben auf die Füße getreten bin, trotzdem noch ein schönes Leben führen kann mit meiner nicht existierenden Frau und meinen von mir eingebildeten Kindern oder muss ich wie die Leute in der Charles Hebdo-Redaktion bereit sein für meine Überzeugung zu sterben, was soviel heißt wie, muss ich dafür bereit sein für die Fantasie eines Mannes zu sterben? Shit, ich hab schon wieder viel zu viel gesagt.

Bitte habt immer im Hinterkopf, dass meine Bilder nicht wahllos ausgewählt sind, dass ich nichts dem Zufall überlasse und vor allem, dass ich manchmal absichtlich schlecht performe, um etwas auszusagen; was, dass bleibt den Genies unter euch vorbehalten.

Ich muss jetzt erst mal wieder festen Boden unter die Füße kriegen und überlegen.

Habt einfach keine Panik, alles wird gut. Ganz bestimmt.

Allgemein

Stefan Schürrer View All →

Autorenseite:

https://de-de.facebook.com/StefanSchuerrer

Kommentar verfassen