Buchreviews

T.C. Boyles – Good Home – Stories ist, soweit ich mich daran erinnern kann, das erste Buch von ihm, dass ich mir aktiv gekauft habe. Good Home ist eine Kurzgeschichtensammlung, erschienen aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt von Anette Grube und Dirk van Gunsteren im Carl Hanser Verlag, und macht wirklich Lust auf mehr Boyle und rechtfertigt in einer gewissen Weise auch seinen unverwechselbaren Status in der Weltliteratur, wenn ihr mich fragt.

So sprachgewandt,  so viel Lebensweisheit, so ehrlich im Schreiben, dass man ihm auch die gelegentlichen Ausschweifungen in den Beschreibungen der Umgebung nachsieht – oder es liegt an den deutschen Übersetzern, die auf jeden Fall gute Arbeit geleistet haben, so ist das nicht, aber hin und wieder hinkt ein Sprachbild, wo man sich doch wünscht das englische Original zu lesen. Wenn sie zum Beispiel schreiben: „Du hättest meine Stützräder sehen sollen – oder jedenfalls das eine. Es war so platt, als wäre ein Lastwagen drübergefahren.“ – (S.20) frage ich mich schon, ob platt da passend ist; by the way, es finden sich noch dutzende anderer, vielleicht sogar besser geeigneter Übersetzungsfehler, aber ich Trottel hab mal wieder vergessen sie anzustreichen im Buch und nur noch auf die Schnelle den hier gefunden.

Aber wie gesagt, das ist nur ein Beispiel von vielen ungeraden Sprachbildern, die im englischen Original bestimmt besser rüberkommen. Ansonsten ist es ein Buch voller Geschichten, die zumindest mir einen anderen Blick auf die Dinge des Lebens ermöglicht haben – und dafür lesen wir doch gute Bücher, um unsere Welt mit anderen Augen zu sehen.

 

Nach meinem ersten Praktikum als Grundschullehrer bei meiner ehemaligen Grundschullehrerin übergab Sie mir ein Zitatebuch von Hermann Hesse aus dem Suhrkamp-Verlag: Der innere Kompaß – und gab mir dieses Buch mit dem Kommentar, dass Sie glaube, dass ich endlich gefunden habe, was mir liegen würde. Witzig an dieser Stelle zu wissen, als Lehrerpraktikant in der Grundschule war ich heillos überfordert, aber deshalb gab sie mir das Buch auch nicht. Sondern, weil ich begonnen hatte öffentlich zu schreiben und meine Texte immer besser wurden – keiner von uns beiden musste das erwähnen, wir beide wussten das.

So ein Buch ist Neil Gaimans – Art Matters published by Headline; eine Zitatensammlung, schön illustriert von Chris Riddell, die man schick verschenken kann, sodass der Beschenkte immer mal wieder darin blättern kann und so ein bisschen Halt, ein bisschen Inspiration und einen kleinen Arschtritt bekommt, wenn man es gerade mal braucht.

Insgesamt gebe ich allen drei Büchern 9 von 10 möglichen Fans.

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