Manchmal können Bilder täuschen

Irgendwann erkläre ich euch mal alles – alles, aus meiner Sicht. Keine Ahnung, ob das überhaupt irgendjemanden dann noch interessiert, aber irgendwann werde ich euch mal alles erklären.

Vielleicht jetzt zum Beispiel. Nehmen wir mal an, dass man morgens und abends zur Arbeit hin pendeln darf. Da ist dir wahrscheinlich auch schon ein- oder zweimal das Bild in den Kopf geschossen, dass sich Leute doch im 1800 Jahrhundert das Reisen viel komfortabler vorgestellt haben; tja, was soll ich sagen – merkt ihr selbst, oder?

Ich höre mir auf jeden Fall jetzt erst mal John Wesley Harding an, um mich zu beruhigen. Habt ihr letztens mal Nachrichten gehört? Und ich rede nicht von den Postillion-News, sondern richtig Nachrichten? Also, dass in China ein Sack Reis umfällt zum Beispiel. – – Tschuldigung, ich musste eben was essen. Hab nur noch auf meinem Stift rumgekauft – also, wo war ich?

Genau, Nachrichten. Man sagt ja schon lange den Print-Medien einen Untergang herbei, obwohl sie sich wacker geschlagen, sich den Situationen angepasst haben, ist es doch eine Sache, die mich, neben tausend anderen Analysen, am meisten fasziniert hat und wo noch niemand so richtig drüber zu reden scheint, nämlich, dass sie es versäumt haben, nicht die digitale „Revolution“ voranzutreiben, sondern eben die Leute, die an ihrer Stelle die Medien gemacht haben, in cleveren Formaten, in besseren Formaten auf dieser Welle der digitalen Revolution ans Bord zu holen – da waren sie einfach zu sehr in ihrem Elfenbeinturm gefangen. – – Das soll jetzt kein Vorwurf sein oder irgendwas in der Art, nur, dass man vielleicht aus dem Fehler lernen sollte, falls sich in Zukunft nochmal so eine Situation ergibt.

Ach, warte. Ich bin noch nicht fertig. Ich komme wieder. Beim Tee Aufkochen ist mir gerade noch eingefallen, dass sich die Netzbetreiber in Deutschland im Moment alle so mega anpissen, weil sie den Netzaufbau nicht gebacken kriegen; – der deutscheste aller deutschen Wege wäre doch, wenn man sich nicht die Netze teilen würde, sondern jeder Netzbetreiber jedem anderen Netzbetreiber in Rechnung stellen würde, wie viel mein Kunde X im Netz Y gesurft ist und dann einen riesigen Verwaltungsapparat aufbauen, damit Menschen beschäftigt sind.

Ach, für viele klinge ich doch bestimmt wieder wie ein Marvel-Bösewicht, der am Ende irgendwie doch sehr viel Sinn macht und wo jeder Normalsterbliche am nächsten Morgen an seinem Schreibtisch sitzt und sich fragt, wie er das mit seinem alltäglichen Leben vereinbaren soll, dieses Wissen, dass wir einfach zu viele sind.

Ich weiß auch nicht, ob sich irgendwer mal mit der Idee beschäftigt hat eine ganze Gesellschaft auf – um – oder sogar neu zu erziehen, dass sie nicht hinter jedem glitzernden, strahlenden Ding herlaufen würden, aber es wäre doch mal ein spannender Ansatz für einen neuen Marvel-Bösewichten oder was meint ihr?

Das ist jetzt wahrscheinlich zum Weihnachtsfest (oh, hab ich da gerade Geschäft gelesen?) genau der richtige Text, den jeder Geschäftsmann verbreitet wissen will. – – Manchmal frage ich mich, ob selbst diese Geschäftsmänner nicht selbst mal die Schnauze voll haben von Konsum propagieren und wer sie antreibt und vielleicht reden wir uns den ganzen Mist einfach selbst ein und – ach, was weiß ich. Damit kann sich jemand anderes beschäftigen. Ich kriege schon wieder Bauchschmerzen beim bloßen darüber Nachdenken, dass wir alle verantwortlich dafür sind, wie die Welt, in der wir leben wollen, aussehen wird, dass wir selbst daran teilhaben können diese Gesellschaft zu gestalten und dann ständig von überall daran gehindert werden.

Ich hab noch ein paar, bereit? Ich nicht, aber ich zieh das jetzt einfach durch. Das sollten wir uns alle auch mal öfter sagen – aber ich möchte gleich nicht wieder große Proteste auf der Straße sehen, die Parolen brüllen, dass sie es jetzt durchziehen.

Ok, ich hab nichts mehr. Ehrlich, ich bin für heute aufgebraucht. Da kommt nichts mehr, ich lass das jetzt einfach so auslaufen wie so ein unterbezahltes, aber innovatives Fernsehprogramm. Ihr könnt ja gerne weiterhin zugucken, aber viel passieren wird hier nicht mehr. Da kommt jetzt gleich nur noch weißes Papier, keine Worte mehr. Ich warne euch nur vor. Nicht, dass ihr gleich sagen werdet, er hat uns ja nichts gesagt, nur noch weißes Papier …

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