Give a little

Vor ein paar Monaten habe ich noch einer Freundin sowas geschrieben wie: „Mir ist mittlerweile egal, was mit mir passiert.“ und; – fuck, das soll erst ein paar Monate her sein? Ich fühle mich in diesem Jahr, mit der ganzen Scheiße, die mir zugestoßen ist, um mindestens zehn Jahre gealtert. Danke dafür.

Auf jeden Fall, wo war ich gerade? Achso, das es vielleicht die falsche Einstellung ist alle Leute über mich drüber laufen zu lassen, als wäre ich der Fußabtreter der ganzen Nation – but, let’s take a step back.

Wisst ihr noch, als ich vor ein paar Monaten in einem Blogpost geschrieben habe, (und ihr könnt euch sicher sein, dass dies die einzige zweideutige Andeutung des ganzen Textes ist) dass die Bayern bestimmt wieder die Bundesliga gewinnen und nun spielen die sich eine Scheiße zusammen und haben vier Spiele hintereinander verloren? Seitdem sollte ich vielleicht vorsichtig sein, was ich öffentlich sage, oder was meint ihr, habe ich gestern ein paar Freunden geschrieben und einer erwiderte: „Damit könntest du das Weltgeschehen beeinflussen.“ – und: „Erzähl doch mal was über Trump.“

Nun, ich hab ja schon mal was über Trump geschrieben und hab es deshalb bis jetzt einfach als nicht unbedingt nötig empfunden mich weiter über den Präsidenten der Vereinigten Staaten zu äußern, jedes Volk sucht sich schließlich ihre Vertreter aus und wenn ihr einen Vertreter wollt, der sich wie ein Clown aufführt, dann bekommt ihr schließlich auch einen Clown, aber nun hat Trump in der jüngsten Kavanaugh Affäre den Vogel abgeschossen.

Aber warum hat Trump Kavanaugh so sehr verteidigt? Liegt es daran, dass er so ein guter Richter ist? Oder daran, dass Trump selber neunzehn Anzeigen wegen vermuteter Vergewaltigung auf seinem Konto zu verbuchen hat? – – Und leider folgt jetzt keine Pointe oder irgendeiner meiner berüchtigten Relativierungsversuche, ich kann nur in diesem Zusammenhang Trump und Kavanaugh alles Gute wünschen und hoffe, sie bleiben gesund und werden sehr alt zusammen und vor allem, dass sie lange im Amt bleiben.

Kommen wir nun zu anderen Themen, oder auch: Und nun das Wetter. Heute bewölkt mit Aussicht auf Fleischbällchen – ach, keine Ahnung wie man nach so einer Story einfach weiter machen kann.

Ich hab noch dutzende Themen auf meinem Spickzettel, die ich vor der Buchmesse abarbeiten wollte, aber irgendwie komm ich nicht dazu die richtigen Worte zu finden, um meine Gedanken zu kanalisieren – vielleicht tun es auch die falschen Worte.

Was mich verwundert, ist die Tatsache, dass Leute im Anzug noch nicht auf mich zugekommen sind, um diese potentiell unerschöpfliche Ideenquelle auszuschöpfen – ach, ne; stimmt. Heutzutage umgeht man ja den Mittelsmann und vergeht sich lieber direkt an der Ideenquelle, ohne den, der mühsam die frischen Ideen aus dem Quellbrunnen holt, zu entlohnen.

Schön waren mal die Zeiten, als einer seinem Vorgesetzten einen Streich zu seinem Geburtstag gespielt hat, mit einer Patenschaft über eine Ziege aus Afghanistan und South Park hat die Idee aufgegriffen und eine Folge darüber gemacht und danach den Typen als Writer eingestellt oder als Passmann von Böhmermann auf Twitter angesprochen wurde: Mir gefällt, was du da machst und sie daraufhin beim Neo Magazin Royal ohne e angefangen hat – warum klappt sowas bei Anderen, aber bei mir nicht?

Und ich spreche jetzt nicht in Bezug auf die Ideenquelle vom Skillshare, den wir hier auf meinem Blog betreiben, sondern von den Dingen, die ich noch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sah, weil sie noch nicht zu Ende gedacht waren und potenziell gefährlich sein können wie zum Beispiel mein Manuskript oder nehmen wir die Sache mit der Lesung bei dem Theatertypen, der ohne mein Wissen mein unfertiges Theaterstück mit allen möglichen Leuten geteilt hat, sodass mich ein Schulfreund aus der anderen Stadt nach ein paar Wochen über den Inhalt ausgefragt hat, um den Sinn dahinter zu verstehen – ihr seht, ich gehe nicht ohne Grund irgendwelche Leute an, ihr könnt sicher sein, dass ich, wenn ich meine Wut an Leuten auslasse, dann nicht, weil ich es leid war, die Grundlage für ihre Theaterproduktionen zu sein und dafür nur eine Dauerkarte gekriegt zu haben, sondern … ach, es heißt doch nicht ohne Grund in diesem einen Song: Give a little, get a little.

Das gilt auch für unsere Regierung; ich komm mir nicht ohne Grund vor wie Tony Stark auf der Pressekonferenz in Iron Man 2, als er ihnen entgegenschleudert: „Ich nehme den Posten eines Sonderberaters gerne an, aber nur wenn ihr lieb und nett fragt.“ – jetzt wo ihr gesehen habt, was ich kann, welche Version von mir wollt ihr, die Hilfreiche der letzten Tage oder die, die nur Unruhe mit seinen Texten hervorgerufen hat?

Wenn sich nach der Buchmesse nicht irgendwas an meiner derzeitigen Situation ändert – ja, ich bin es leid zu warten – dann weiß ich auch nicht mehr weiter. Ich will doch nur, was mir zusteht. Eine Chance, mich auch beruflich zu beweisen; dass meine Ideen Geld einbringen, haben wir ja jetzt alle eindrucksvoll an den vielen Filmen und Serien gesehen, die daraufhin entstanden sind.

Tagebuch

Stefan Schürrer View All →

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