Where i’ve been

Manchmal frage ich mich, wie lange ein Mensch ohne eine aufrichtige Umarmung, ein nettes Wort, ein freundschaftliches Nicken oder auch nur ein aufmunterndes Schulterklopfen auskommen kann. Und dann denke ich an dich und dass du irgendwo da draußen bist, nur nicht bei mir, und vielleicht genauso leidest und ich hier bin und auf jeden Fall leide und dann habe ich vorhin auch noch etwas gelesen, was den Kitschfaktor dieses Textes auf jeden Fall um 100 Prozent in die Höhe treiben wird: „Wenn ich eine Katze wäre, ich würde meine ganzen neun Leben mit dir verbringen.“

Ich habe in letzter Zeit oft solche absurden Schübe von triefender Romantik, dass ich so langsam das Gefühl nicht los werde, ich bin hemmungslos untervögelt.

Aber vielleicht habe ich mich auch nur mein ganzes Leben lang schon zusammen reißen müssen, stark sein müssen für Andere, dass ich gar nicht mehr weiß, wie es ist sich einfach mal fallen zu lassen.

Vielleicht ja bald in deine Arme, aber ich glaube, so viel Glück habe ich nicht mehr. Ich glaube, ich habe mein Glück für dieses Leben aufgebraucht, als ich aus meinen zerstörten Lebensentwürfen geklettert bin wie ein Schmetterling aus seinem Kokon, ohne erkennbare Schrammen; doch spätestens, als du mit deinen wohlüberlegten Worten wie zarte Fingerspitzen über meine Narben der Vergangenheit gestrichen bist, habe ich gemerkt, es war eine Lüge.

Ich weiß, dass macht auf den ersten Blick keinen Sinn, aber ich habe aufgehört in allem einen Sinn zu suchen, ich fühle mich einfach nur noch aufgebraucht und leer und es tut mir leid, dass dieser Text kein Happy End hat wie sonst immer, keine aufmunternde Botschaft für den Leser, die er freudig mit seinen Bekannten teilen kann, aber ich habe in letzter Zeit zu viele Zufluchtsorte verloren, zu viele Freunde, bei denen ich mich einfach mal fallen lassen kann.

Alle sind sie nur noch auf Payback aus; dafür, dass ich wie ein Blinder durch ihre Leben gestolpert bin und einen Sinn gesucht habe und es jetzt wieder hochstilisiere, statt einfach dazu zu stehen, dass ich eine schwierige Persönlichkeit habe und allen irgendwann auf die Nerven gehe.

Wie kannst du mich da nur lieben?

Kurzgeschichte

Stefan Schürrer View All →

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