Du und wieviele deiner Freunde?

„Lass mal lieber laufen, ich steh nicht so gerne irgendwo rum und warte, der Bus kommt auch erst in einer halben Stunde.“, begrüßt mich Jan am Bahnhof zurückhaltend mit einer Gangsterfaust. „Meinetwegen.“, erwidere ich seine Gangsterfaust und haue ihm noch verspielt mit meinen Fäusten auf den Bauch, dass er nur Hey, lass das kichern kann und mich schließlich umarmt.

„Ha, schau dir das Poster mal an.“, zeige ich auf die Werbung der örtlichen freiwilligen Feuerwehr. „Wir brauchen dich, nach dem Motto: Bitte leg ein Feuer!“, kann er meine Gedanken lesen. „Ich bin letztens übrigens bei einem großen Bekleidungsgeschäft vorbeigegangen“ „Großes Bekleidungsgeschäft?“ „Ja, wir sind hier im Internet, da darf ich nicht mit Firmennamen um mich werfen, ganz besonders, wenn ich mich über ihre Werbung lustig machen will.“, erkläre ich. „Ah.“ „und die hatten wirklich einen Pappaufsteller vor ihrer Tür mit der Aufschrift: Designed fürs Recycling!“ „Also fast so effektiv wie deine Tweets?“, hat er wohl Recht.

„Krass, ein Hähnchenwagen! – Das riecht schon so gut.“, belasse ich es dabei. „Die anderen warten eigentlich schon zu Hause. Wir haben eigentlich keine Zeit, eben noch für ein Hähnchen anzuhalten.“ „Dafür muss immer Zeit sein; vor allem, weil ich schon eeeeeewig nichts mehr gegessen habe.“ „Na gut – ich gönn mir auch eins.“, wechselt er mit mir die Straßenseite. „Kommt auf den Pommes noch was drauf?“, fragt der Imbissbetreiber die Kundin vor uns. „Einmal zwei halbe Hahn, bitte.“, haue ich deshalb die Bestellung raus.

„Du willst doch nicht schon im Gehen essen, oder?“, läuft er bis zur nächsten Bushaltestelle vor. „Warum nicht? – Aua, fuck. – Mist. – – Scheiße, ist das heiß. – Aua.“ „Deshalb.“, kichert er wieder. „Jetzt können wir auch auf den Bus warten. Der kommt in zehn Minuten. Falls wir Glück haben, haben die Anderen das Spiel schon aufgebaut. Soll ich dein Hähnchen auch in meine Tasche tun?“, redet er wieder wie am Fließband. „Ne, lass mal.“, stecke ich es einfach in meine Jackentasche, als der Bus vor der Haltestelle zum Stehen kommt, wische ich meine Hähnchenhände bei ihm an der Jacke ab, dass er mich haut.

„Hihihi. Es riecht hier voll nach Hühnchen.“, stoße ich ihn mit dem Ellenbogen in die Seite. „Ich weiß gar nicht, woher das jetzt wieder kommt.“, lacht er.

„Wir haben ja gerade besprochen, dass ihr die eigentliche Geschichte doof fandet und deshalb lieber eure eigene Geschichte erfindet; hab ich erst mal nichts dagegen. Dann machen wir halt aus dem Kerker einen Weinkeller und aus euch drei tapferen Helden drei Idioten, die sich betrinken wollen und deshalb in den Weinkeller einer Villa einbrechen.“, verkündet Jan als Spielleiter.

„Sag mal, ist heute etwa Ostern?“, waren meine ersten Worte zu Philip. „Du meinst, weil ich von den Toten wieder auferstanden bin?“ „Vielleicht.“, umarmte ich ihn einen Moment zu lange, dass Maren nur: Sucht euch ein Zimmer rufen konnte und mich danach umarmte und Schön, dich wieder zu sehen in mein Ohr flüsterte, und Jan meinte dann nur: Können wir dann jetzt anfangen? Ich hab ein schönes Abenteuer für uns vorbereitet!

„Stefan, du trittst die Tür ein und dahinter befinden sich zwei Kobolde, Hans und Hans, die für ihren Herren und Meister in den Keller geschickt wurden, um ein paar Flaschen Wein zu besorgen und damit hast du deine Bewegungsphase beendet. Du kannst jetzt noch einen Zauber aussprechen.“, kämpfen wir uns von Raum zu Raum vor. „Der Kobold ist dran, er setzt seine 52 Messerstiche gegen dich ein.“, übertreibt Jan. „Aber ich hab doch gar keinen Cäsar-Salad dabei.“, stoße ich nur hervor. „Auch du, mein Sohn Brutus?!“, kommentiert Philip den ganzen Blödsinn und Maren sitzt nur etwas verwirrt daneben und staunt nicht schlecht, uns endlich in Aktion zu sehen.

„Wisst ihr, ich hab letztens noch im Internet eine Geschichte gelesen über ein Dungeons & Dragons Abenteuer, wo einer sich dazu entschlossen hatte als Bär zu spielen und alle seine Punkte auf seine Charisma und Illusion-Fähigkeiten verteilt hat und vorgetäuscht hat ein Mensch zu sein und bei jedem NPC, dem sie begegnet sind, musste er ein Würfel werfen, ob er die Person täuschen kann und ganz zum Schluss, als sie das Abenteuer gemeistert hatten und bei der Königin am Festbankett saßen, hatte der erste NPC es geschafft die Illusion zu durchbrechen und ist völlig ausgeflippt. Da sitzt ein Bär am Tisch! – und hat Sir Bäringten angegriffen und natürlich ist dann die Königin dazwischen gegangen und hat ihren Wachen befohlen den NPC abzuführen und ins Gefängnis zu werfen, weil Wie kann er es wagen Sir Bäringten zu beleidigen.“

„Aber Sir Bäringten hat ja, auch wenn er ein Bär ist, die Heldentaten vollbracht. Er hat ein Anrecht auf den Platz an der Tafel.“, kommentiert Maren die Geschichte von Philip, Jan und ich lachen uns nur schlapp.

„Da fällt mir übrigens ein, ich soll euch schöne Grüße von Arne bestellen.“, wechsele ich das Thema. „Ja, und wie geht es ihm?“ „Ganz gut – ich war nur etwas verwundert, dass er meinte, er wusste schon immer, dass ich gut schreiben könne und dass ich mich nicht wundern sollte, was für Kreise das zieht und wer das alles lesen würde und ob es mein Buch noch gedruckt zu kaufen geben wird.“ „Wie jetzt?“ „Ich glaube, ich bin gehackt worden.“, mache ich mein Glas wieder voll.

„The Steffaning geht los!“, platzt es Jan heraus. „Wäre nur nicht soooo geil wie das The Fappening.“, kommentiert Maren. „Wisst ihr, dass wahrscheinlich die NSA damals die Fotos der Stars geleaked hat, um sich nicht rechtfertigen zu müssen, dass auf den Servern der NSA tausende Nacktfotos der Stars existieren? – Denn, was macht ein einfacher NSA-Mitarbeiter mit einer Technologie, mit der er auf alle Daten zugreifen kann? Richtig, er stöbert in den Archiven der Stars und Sternchen nach Nacktfotos und bevor es rauskam, dass sie diese Fotos auf ihren Servern haben, haben sie sie einfach mal anonym veröffentlicht.“ „Das gehört sich aber nicht.“, fällt mir zu Philips Geschichte nur ein. „Oh, Das gehört sich aber nicht – sie haben da gerade wohl ihr Monokel verloren.“, bringt mich Maren zum Lachen, dass Jan jetzt nur sagen kann: „Los, Agent Carter; sie sind dran. In dem Raum befinden sich immer noch zwei Kobolde, die du ausschalten musst; einer direkt vor unserem idiotischen Captian America hier“, zeigt er auf mich: „und der Andere versteckt sich hinter der Säule da.“ „Dann schieß ich auf Hans.“ „Welchen Hans?“ „Na, den Hans-Wurst, der vor Captian America steht.“, nimmt die Schlacht um den Wein wieder Fahrt auf.

Kurzgeschichte

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