Let’s talk about S**

„Also, was sagst du dazu?“ „Ähm, was sagst du denn zu …“ „Nein, nein, nein! – Damit kommst du bei mir nicht durch! Einfach eine Gegenfrage stellen und so der Antwort aus dem Weg gehen, ist bei mir keine Möglichkeit, mein Freundchen!“, lehnt er sich in seinem Stuhl zurück – Mann, die eigene Familie; die kennt wirklich jeden meiner Tricks.

„Meinetwegen, dann fang ich eben an – aber was hab ich denn schon zu sagen?! Wo fange ich an? Also wirklich mal, damit hab ich doch eigentlich so gar keine Erfahrung; ich meine, wo fange ich an und wo …“ „Jetzt hör auf um den heißen Brei zu reden!“

„Hehe – also gut. Ich finde, der ganze Slapstick-Teil zum Ende mit Fin und dem R2D2-Verschnitt, wo er auf einmal diesen AT-ST-Nachfolger kabert und alles durch reinen Zufall in die Luft jagt und so den Helden den Weg in die Freiheit bahnt, einfach nur albern!“ „Ha, weißt du, das Internet regt sich auch voll darüber auf! Der ganze Storystrang mit Fin ist so nutzlos! – Die Story um das Casino hätte komplett weggelassen werden können und dann noch seinen Nicht-Heldentod, hätten sie auch nicht machen müssen! Ich meine, das hat nichts mit der Geschichte zu tun gehabt, wenn man den Teil mit dem Casino rausgeschnitten hätte, hätte man trotzdem noch einen guten Film gehabt!“, unterbricht er mich.

„Ja, mich hat einfach nur diese Slapstick-Nummer angekotzt, zum Ende wurde es doch zu viel.“, erwidere ich. „Was? – Fandest du die Porgs etwa nicht süß? – Obwohl ja jeder, der die Szene mit dem Lichtschwert gesehen hat, sich gewünscht hatte, sie würden den Knopf des Lichtschwerts betätigen und sich damit in zwei Teile schneiden.“, lacht er. „Doch, doch, süß waren sie! – – Dazu komm ich später aber noch, vorher hab ich noch ein paar andere Dinge. Du hast mich schließlich nach meiner Meinung gefragt und ich geh jetzt der Reihe nach. – – Ich finde, es gibt ein vertretbares Mindestmaß an Slapstick, und das war am Ende des Films erreicht. Sowieso bin ich der Meinung: 1.) Was sollte das mit Leias Weltraumspaziergang, das war ja wohl völlig unnötig, oder? Jetzt haben sie zwar noch eine Figur, aber keine Schauspielerin mehr. Sie hätten sie doch in dem Moment sterben lassen können; das wäre ein würdevoller On-Screen Death gewesen, um den Fans den Abschied erträglicher zu machen. Ich meine, was machen sie jetzt mit dieser Figur, wo sie sie aus der Schockstarre des Weltraums zurück geholt haben?“

„Ja, aber man hat vorher nie Leias Power gesehen. Immer hat man nur gehört, wie mächtig Luke doch als Jedi sei und nie hat man gesehen, was Leia kann und jetzt weiß man es und …“, unterbricht er mich wieder und dieses Mal muss er mit mir um die Wette reden, denn ich höre deshalb nicht auf zu reden: „2.) Bei Teil 7 haben sie alle rumgemeckert, dass es nur wieder ein typischer Star Wars-Fim geworden ist und jetzt meckern sie, dass bei Teil 8 neue Wege gegangen wurden – den Leuten kann man es auch nicht recht machen, verdammt! The Last Jedi war bis zu Snokes Tod ein üblicher Star Wars-Film, die alten Teile hätten da aufgehört, aber dieser hier hat einfach noch einen drauf gesetzt und noch einen und dann kam einfach noch mehr und noch mehr; ehrlich, ich war einfach nur begeistert!“

„Na, ich finde ja, Snokes Tod war ziemlich lame. Erst haben sie den Charakter so lange aufgebaut und dann geben sie ihm so einen lamen Tod. Also wirklich mal, das war einfach nur lächerlich.“ „Ach, komm – bei Palpatine war es doch nicht anders. Er hatte nur durch die ältere, neue Trilogie eine Background-Story erhalten – übrigens, wo wir vorhin bei den Viechern auf Lukes Planeten waren.“ „Porgs.“ „Jaja, Dorks, was auch immer – die Lichtschwert-Szene mit den kleinen süßen Viechern, verstehst du denn nicht? Die hat die Snoke-Todesszene vorweg genommen, dass sollte als Hinweis dienen; aber natürlich hat niemand damit gerechnet. – – Das war wirklich gut gemacht, wenn du mich fragst.“

„Mann, man merkt richtig, wer was gesagt hat.“, nuschelt er in seinen imaginären Bart, während er uns neues Bier holt und ich weiß leider genau, was mein Cousin damit meint.

„Aber was glaubst du, wer ist Snoke?“, reicht er mir das nächste Bier. „Ist das wirklich wichtig?“ „Natürlich! – Mann, ich habe in ’nem Reddit-Artikel gelesen, dass …“ „Oh, bitte! – Du und deine Internet-Artikel! – – Du glaubst auch, dass Jar Jar Binks der Sith-Lord hoch zehn war und hinter allem steckte!“, unterbreche ich ihn jetzt mal. „Das macht einfach so viel Sinn! – Ich meine, wie er einfach so durch die Gegend stolpert und jeden mit seiner Tollpatschigkeit einlullt und eigentlich die Fäden hinter alle dem zieht und ich meine, guck dir doch mal den Senat an! – Wer war die treibende Kraft dahinter, Palpatine zum Kanzler zu befördern? Wer hatte die Gungans zum Krieg angestiftet und so einen galaktischen Krieg heraufbeschworen? Wer …“, würde er bestimmt noch unendlich lange so weiter machen, wenn ich ihn lassen würde.

„Wo wir gerade bei wilden Internet-Theorien sind, wusstest du, dass es diese Theorie gibt, dass Rick weiß, dass er in einer TV-Serie gefangen ist und deshalb immer so viel Scheiße baut? Ich meine, er ist der klügste Mensch im Multiverse, da ist es nur logisch, dass er durchschaut hat, dass er in einer fucking TV-Show ist und deshalb immer so abgedrehten Scheiß verzapft, so viele Catchphrases hat und …“ „Ja, Plot-drive besitzt.“, beendet er meinen Gedanken und klickt bei Netflix auf Next Episode Vindicators 3: The Return of Worldender.

„Weißt du, ich glaube ja, wir verfolgen mittlerweile gar nicht mehr Rick, sondern Jerry. – – Erinnerst du dich noch an die Folge, wo Rick und Morty statt in die Arcade-Hall zu gehen diesen Auftragskiller aufgehalten haben und sie deshalb Jerry in diesem Daycare-Center abgeliefert haben? – Ich glaube ja, Jerry wurde von den falschen Rick und Mortys abgeholt und wir verfolgen seitdem den eigentlichen Jerry auf seinem Weg durch den Alltag.“, hört er sich schon so an wie Philip.

Ich weiß es noch genau, wie er mich mal mit dieser Frage zum Nachdenken gebracht hatte, wann der Konflikt zwischen Rick und Morty eskaliert, schließlich schaukelte es sich in Staffel 3 immer höher, zwischen ihnen bahnte sich die große Konfrontation an.

„Ist dir eigentlich schon aufgefallen, dass die letzten Folgen nur noch so strukturiert sind, dass es so wirkt, als würden sich die Storywriter anhand der Dialoge der Figuren auf’m Bildschirm streiten; über alles, über schlecht gezeichnete Figuren, über dumme Motive, über ihre eigenen Träume und Wünsche, über ihre Fehler und sie lassen alles auf dem Bildschirm raus! – let’s talk about meta!“, fange ich zum Ende der Folge wieder an.

but you’re different, Noob Noob.“, faselt Rick auf dem Bildschirm betrunken, bevor er sich selbst in die Hose scheißt.

„Wusstest du, dass die Musik, die tiny Rick gesungen hatte, in Big trouble in little Sanchez, wahrscheinlich eine Anspielung auf Pink Guy – help war?“, kann ich nicht aufhören. „Dude, du meinst doch nicht etwa den Song von Fillthy Frank, oder? – – Das ist jetzt aber ein bisschen weit hergeholt!“

Kurzgeschichte

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